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Infrastruktur und Logistik 

ENERGIEINFRASTRUKTUR

 

1. Energiestrategie

 

  • Laut dem Strategieplan für den Strommarkt und die Versorgungsicherheit verfolgt die Türkei für den Energiesektor die Strategie, die Belieferung der Konsumenten mit Energieressourcen und Strom auf angemessene, hochwertige, unterbrechungsfreie, kostengünstige und umweltfreundliche Weise sicherzustellen. Dies spielt für das wirtschaftliche und soziale Leben der Türkei eine zentrale Rolle.
  • Neben nicht genutzten Energiequellen wie Wasserkraft und Braunkohle stellen auch die erneuerbaren Energiequellen der Türkei eine interessante Investitionsmöglichkeit dar. Das geänderte Gesetz über die Nutzung erneuerbarer Energie für die Erzeugung von elektrischer Energie (Nr. 6094) vom 29. Dezember 2010 fördert diese Art von Investitionen und macht sie noch attraktiver.

 

Mit diesem neuen Unterstützungsschema werden unterschiedliche Einspeisungspreise für verschiedene erneuerbare Quellen anhand der Energieerzeugung eingeführt. Das allgemeine Tarifschema für Einspeisung ist folgendes:

 

  • 7,3 US-Cent pro kWh für Wasser- und Windkraftenergie
  • 10,5 US-Cent pro kWh für Erdwärmeenergie
  • 13,3 US-Cent pro kWh für Solar- und Biomasseenergie (einschließlich Abgas)

 

Darüber hinaus wird den Werken eine Unterstützung in Höhe von 0,4 bis 3,5 US-Cent pro kWh für die Nutzung von inländisch hergestellter technischer Ausrüstung gewährt.

 

Energieinfrastruktur

Einheit           

2010

Primärenergie

Erzeugung*

BTEP

29.257

Verbrauch*

BTEP

105.236

Verbrauch pro Kopf*

KEP

 1.496

Elektrische Energie

Installierte Kapazität

MW

50.422

  •  Wärmekraft

MW

32.483

  •  Wasserkraft, Geothermie und Windkraft

MW

17.984

Erzeugung (brutto)

GWh

210.300

  • Wärmekraft

GWh

154.890

  •  Wasserkraft, Geothermie und Windkraft

GWh

55.396

Import

GWh

493

Export

GWh

1.300

Verbrauch (brutto)

GWh

209.493

Verbrauch pro Kopf (brutto)

kWh

2.850

* Daten 2009

BTEP: Milliarden Tonnen Petroleum-Äquivalent
KEP: Kilogramm Petroleum-Äquivalent

GWh: Gigawattstunden

Quelle: Energie- und Rohstoffministerium und Turkish Electricity Transmission Company (TEIAS)

 

1.a. Verteilung der installierten Kapazität nach Stromversorgungsunternehmen (März 2011) 

 

 

Quelle: Electricity Generation Co. Inc. (EUAS) 


1.b. Verteilung der installierten Kapazität nach Primärenergieträgern (März 2011)

 

 

Quelle: Turkish Electricity Transmission Company (TEIAS)

 

1.c. Strompreise für Industrieabnehmer (€-Cent/kWh*)

 

 

Quelle: Eurostat

 

*Gibt Strompreise für den Endverbraucher an. Strompreise für Industrieabnehmer sind wie folgt definiert: Durchschnittlicher Landespreis in Euro pro kWh ohne Steuerzuschlag für die erste Hälfte jedes Jahres für mittelgroße Industrieabnehmer (Verbrauchsband mit Jahresverbrauch zwischen 500 und 2.000 MWh). Bis 2007 geben die Preise für mittelgroße Verbraucher (Standardverbraucher mit Jahresverbrauch von 2.000 MWh) den Status am 1. Januar jedes Jahres wieder.

 

1.d. Pipelineprojekte in der Türkei

 

Das Hauptinteresse der Türkei liegt in der Sicherung ihrer Energieressourcen. Aus diesem Grund führt die Türkei zahlreiche Pipelineprojekte für Erdgas und Öl durch. Nach ihrer Fertigstellung werden die folgenden Projekte eine sichere Energieversorgung für die Türkei und Europa gewährleisten.

 

 

Quelle: Petroleum Pipeline Corporation (BOTAS)

 

  • COPL-Projekt Baku-Tbilisi-Ceyhan*
  • Erdgastransit-Projekt Türkei-Griechenland-Italien (ITGI)
  • Erdgastransit-Projekt Transkaspien-Turkmenistan-Türkei-Europa
  • Erdgastransit-Projekt Aserbaidschan-Türkei
  • Erdgastransit-Projekt Irak-Türkei
  • Erdgastransit-Projekt Ägypten-Türkei
  • Erdgastransit-Projekt Türkei-Bulgarien-Rumänien-Ungarn-Österreich (Nabucco-Projekt)
  • Erdgastransit-Projekt östliches Schwarzes Meer
  • Projekt westliches Schwarzes Meer
  • Projekt zur unterirdischen Erdgasspeicherung

 

*Der Bau der Ölpipeline Baku-Tbilisi-Ceyhan wurde 2005 abgeschlossen. Die jährliche Transportkapazität beträgt 50 Mio. Tonnen Erdöl. Diese Pipeline ist ein international anerkanntes Projekt, das Erdöl aus dem kaspischen Raum über die Türkei in die Mittelmeerregion leitet.

 

2. Telekommunikations-Infrastruktur

 

Telekommunikations-Infrastruktur – 2010

Mobilfunk-Teilnehmer

62 Mio.

Festnetzteilnehmer

16,2 Mio.

Internet-Nutzer

35 Mio.

Breitband-Teilnehmer

8,6 Mio.

Quelle: Behörde für Informations- und Kommunikationstechnologien (ICTA)

 

Kommunikationstechnologie (Sprache und Daten)
(0: Erfüllt Geschäftsanforderungen nicht – 10: Erfüllt Geschäftsanforderungen)

 

 

Quelle: IMD World Competitiveness Yearbook 2010

 

Der Telekommunikationssektor in der Türkei hat sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt, angefangen mit der Privatisierung von 55 % der Türk Telekom. Die Diversifizierung der Dienste innerhalb des Sektors durch Mobilfunk und das Internet hat neue Geschäftspotenziale und attraktive Investitionsmöglichkeiten eröffnet.


3. Verkehrsinfrastruktur

 

Verkehrsinfrastruktur

2010

Flugpassagiere

 102,7 Mio.

Flughäfen

 45 (13 international)

Schnellstraßen

 64.319 km

Schienennetz

 10.984 km

Seefrachtkapazität

310 Mio. Tonnen/Jahr

Luftfrachtkapazität

1,7 Mio. Tonnen/Jahr

Quelle: Verkehrs- und Kommunikationsministerium

 

Flughäfen in der Türkei


Die Türkei weist eine leistungsfähige Logistikbranche auf, die sich seit dem Beitritt zur EU-Zollunion stark weiterentwickelt hat. Die geografische, physische und wirtschaftliche Infrastruktur des Landes ist ein großer Pluspunkt für potenzielle Investoren:

 

  • Die Nähe der Türkei zu wichtigen Märkten wie der GUS, dem Nahen Osten und Nordafrika bedeutet, dass ca. 1,5 Mrd. Verbraucher leicht zu erreichen sind.
  • Durch die Aufhebung einer Sonderverbrauchsteuer auf Kerosin wurde eine wichtige Senkung der Kosten von Fluggesellschaften und der Preisniveaus erzielt. Infolgedessen haben in den letzten Jahren sechs Firmen den Betrieb von Binnenflügen aufgenommen, um die steigende Nachfrage nach Flugreisen zu decken.
  • Die Türkei spielt eine herausragende Rolle als Verbindung paneuropäischer Verkehrskorridore nach Zentralasien. Außerdem ist die Türkei eine natürliche Brücke zum Mittelmeerbecken, das für Verbindungen von Osten nach Westen und Norden nach Süden immer wichtiger wird.
  • Die nationalen Straßen- und Schienennetze sind komplett in die eurasische Infrastruktur integriert. Das Seidenstraßen-Projekt wird eine durchgehende Bahnverbindung zwischen Europa, dem Nahen Osten, den Türkischen Republiken und dem Fernen Osten durch die Türkei schaffen. Regelmäßige Lkw-Transporte und Ro-Ro-Fährstrecken erweitern fortlaufend die logistischen Kapazitäten.
  • Es wurden zwei wichtige Projekte für den Erdgastransport nach Europa auf den Weg gebracht. Das erste ist das „Interconnector“-Projekt, das gemeinsam von der Türkei, Griechenland und Italien entwickelt wird. Der Abschnitt Türkei-Griechenland ist fertiggestellt und befördert bereits Erdgas nach Griechenland; der Abschnitt Griechenland-Italien befindet sich im Bau. Das zweite Vorhaben ist das „Nabucco“-Projekt, das den Transport von Erdgas über die Türkei in die europäischen Märkte vorsieht, und zwar durch Verbindung des kaspischen Raums und der Nahost-Region über die Türkei, Bulgarien, Rumänien und Ungarn mit Österreich und von dort weiter mit den mittel- und westeuropäischen Gasmärkten.

 

Die Türkei erfüllt mit einer leistungsfähigen Infrastruktur, zuverlässigen Verkehrseinrichtungen und ihrer strategischen Lage in der Region alle Voraussetzungen für eine effiziente und kostengünstige Güterbeförderung.

 

Effizienz der Vertriebsinfrastruktur für Güter und Dienstleistungen
(0: ineffizient – 10: effizient)

 

 

Quelle: IMD World Competitiveness Yearbook 2010