2008 erreichten die Exporte und Importe der Türkei ein neues Rekordhoch. Die Exporte stiegen um 23 % auf 132 Mrd. US-Dollar, die Importe um 19 % auf 202 Mrd. US-Dollar. 2009, dem Jahr der globalen Finanzkrise, erzielte die Türkei ein Exportvolumen in Höhe von 102 Mrd. US-Dollar und ein Importvolumen von 141 Mrd. US-Dollar. 2010 erhöhten sich die Exporte um 12 % auf 114 Mrd. US-Dollar.
Außenhandelsstatistiken
|
|
2005 |
2006 |
2007 |
2008 |
2009 |
2010 |
2011 |
|
Exporte (FOB) |
73.476 |
85.535 |
107.272 |
132.002 |
102.143 |
113.883 |
134.969 |
|
Importe (CIF) |
116.774 |
139.576 |
170.063 |
201.961 |
140.929 |
185.544 |
240.838 |
|
Handelsvolumen |
190.251 |
225.111 |
277.334 |
333.963 |
243.072 |
299.428 |
375.807 |
|
Handelsbilanz |
-43.298 |
-54.041 |
-62.791 |
-69.959 |
-38.786 |
-71.661 |
-105.869 |
Quelle: TurkStat
Aufgrund der Liberalisierung der Wirtschaft, die in den 80er Jahren einsetzte, verzeichnet die Türkei hohe Wachstumsraten. Der Außenhandel (sowohl Exporte als auch Importe) hat stark zugenommen, und die Exportstruktur hat sich erkennbar verändert. Während früher landwirtschaftliche Erzeugnisse vorherrschten, werden heute überwiegend Industrieprodukte exportiert.
Im Jahr 1995 trat die Türkei der Welthandelsorganisation (WTO) bei und am 1. Januar 1996 ging sie eine Zollunion mit der Europäischen Union ein.
Exporte
Im Einklang mit den Grundsätzen des exportorientierten Entwicklungsmodells, das seit 1980 verfolgt wird, ist der Export sowohl in qualitativer als auch quantitativer Hinsicht ein wichtiger Faktor für die Türkei geworden.
Insbesondere zwischen 1980 und Mitte der 1990er Jahre zeichneten sich beim Marktanteil der arbeitsintensiven Industrieprodukte, wie z. B. Textilien und Bekleidung, Eisen und Stahl und Lebensmittel, bedeutende Entwicklungen ab.
Mit der Schaffung der EU-Zollunion im Jahr 1996 begann ein neuer Strukturwandel im türkischen Export. Die Entwicklungen in den letzten Jahren zeigen, dass die Produktion und der Export im Hochtechnologie-Sektor erheblich gestiegen sind. Dazu zählen beispielsweise elektrische und elektronische Maschinen und Geräte sowie Fahrzeuge. Der Exportanteil der verarbeitenden Industrie hat ebenfalls zugenommen.
10 wichtigste Export-Produktgruppen 2011
|
1 |
Fahrzeuge außer Schienen- oder Straßenbahn-Rollmaterial, Teile von diesen |
15,8 |
11,7 |
|
2 |
Heizkessel, Maschinen und mechanische Geräte: Teile von diesen |
11,6 |
8,6 |
|
3 |
Eisen und Stahl |
11,2 |
8,3 |
|
4 |
Elektrische Maschinen und Geräte: Teile von diesen |
8,9 |
6,6 |
|
5 |
Strich- und Häkelwaren und daraus bestehende Artikel |
8,4 |
6,2 |
|
6 |
Mineralkraftstoffe, Mineralöle und Produkte aus deren Destillaten |
6,5 |
4,8 |
|
7 |
Eisen- und Stahlartikel |
5,8 |
4,3 |
|
8 |
Nicht gestrickte oder gehäkelte Waren und daraus bestehende Artikel |
5,1 |
3,8 |
|
9 |
Kunststoffe und daraus bestehende Artikel |
4,6 |
3,4 |
|
10 |
Essbare Früchte und Nüsse: Melonen- oder Zitrusfruchtschalen |
3,9 |
2,9 |
Quelle: TurkStat
Wichtigste Exportmärkte 2011
|
A-EU 27 |
62.372 |
46,2 |
|
B-Freihandelszonen in der Türkei |
2.545 |
1,9 |
|
C-Andere Länder |
70.053 |
51,9 |
|
1- Andere europäische Länder |
12.986 |
9,6 |
|
2- Nordafrikanische Länder |
6.702 |
5,0 |
|
3- Andere afrikanische Länder |
3.635 |
2,7 |
|
4- Nordamerikanische Länder |
5.471 |
4,1 |
|
5- Mittelamerika und Karibik |
629 |
0,5 |
|
6- Südamerikanische Länder |
1.841 |
1,4 |
|
7- Länder im Nahen und Mittleren Osten |
27.945 |
20,7 |
|
8- Andere asiatische Länder |
10.200 |
7,6 |
|
9- Australien und Neuseeland |
481 |
0,4 |
|
10- Andere Länder |
164 |
0,1 |
Quelle: TurkStat
Importe
Die Türkei räumt in ihrer Einfuhrregelung der Liberalisierung türkischer Importe einen hohen Stellenwert ein und erfüllt damit ihre Zusagen im Rahmen der Zollunion mit der EU und ihrer Beziehungen zur EFTA sowie die Verpflichtungen gegenüber der Welthandelsorganisation (WHO). Einen besonderen Schwerpunkt bildet der Abbau der Zölle, um eine Angleichung an den Gemeinsamen Zolltarif zu erreichen. Die Türkei hat die notwendigen Änderungen an ihrer Einfuhrregelung vorgenommen, und am 1. Januar 1996 trat die Zollunion mit der EU in Kraft.
Die grundlegenden Ziele der türkischen Einfuhrpolitik seit Anfang der 80er Jahre lassen sich wie folgt zusammenfassen:
- Abbau protektionistischer Maßnahmen in Übereinstimmung mit den neuen GATT-Bestimmungen
- Abbau bürokratischer Verfahren
- Sicherstellung der Versorgung mit Rohstoffen und Zwischenprodukten zu angemessenen Preisen in einer angemessenen Qualität
Mitgliedschaft der Türkei in internationalen Handelsorganisationen
Die Türkei ist seit 1995 Mitglied der Welthandelsorganisation (WHO). Ihre Verpflichtung zur Umsetzung regionaler und internationaler Handelsnormen kommt in der Teilnahme und Mitgliedschaft in verschiedenen Organisationen zum Ausdruck, darunter: Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (ECO), Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD), Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit im Schwarzmeerraum (BSEC), Weltzollorganisation (WCO), Internationale Handelskammer (ICC), D-8 und andere.
Neben der Zollunion mit der EU hat die Türkei Freihandelsabkommen mit folgenden Ländern unterzeichnet: Island, Norwegen, Schweiz und Liechtenstein, Georgien, Israel, ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Tunesien, Marokko, Palästinensische Autonomiebehörde, Syrien, Ägypten, Albanien, Montenegro, Serbien sowie Chile, Jordanien sowie Libanon*, Mauritius*, Südkorea* (*noch nicht ratifiziert).