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Kündigung von Beschäftigungsverhältnissen 

Gemäß den Bestimmungen des Arbeitsgesetzes Nr. 4857 müssen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vor der Beendigung des Arbeitsverhältnisses bestimmte Kündigungsfristen gemäß der folgenden Tabelle einhalten.

 

Erforderliche Mindestkündigungsfristen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer

Dauer des Arbeitsverhältnisses

Kündigungsfrist

0-6 Monate

2 Wochen

6-18 Monate

4 Wochen

18-36 Monate

6 Wochen

Mehr als 36 Monate

8 Wochen

 

Für einen Arbeitsvertrag gibt es zwei Arten der Kündigung:

 

1)      Fristgerechte Kündigung

 

Sowohl der Arbeitnehmer als auch der Arbeitgeber können einen auf unbestimmte Zeit geschlossenen Arbeitsvertrag gemäß den in der obigen Tabelle angegebenen Kündigungsfristen kündigen. Sollte eine der Parteien sich nicht an die Fristenregelung halten, hat sie der anderen Partei eine Kündigungszahlung zu leisten. Die Kündigungszahlung dient als sofortige Entschädigung für die Kündigung in Höhe des Betrags, der der Kündigungsfrist entspricht.

2)      Vorzeitige Beendigung des Arbeitsverhältnisses oder Kündigung vor Ablauf der Kündigungsfrist, wie oben dargelegt, aus gerechtfertigten und berechtigten Gründen, die im Arbeitsrecht festgelegt sind

 

Sowohl der Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer haben in den folgenden Fällen das Recht, einen Arbeitsvertrag vor Ablauf oder ohne Einhaltung der vorgeschriebenen Kündigungsfristen zu kündigen:

  • Gesundheitliche Gründe
  • Fälle, die sich aus unmoralischem, unehrenhaftem oder böswilligem Verhalten oder ähnlichem Verhaltensweisen ergeben
  • Höhere Gewalt

 

Abfindung

 

Ein Arbeitnehmer, der die Bedingungen des Arbeitsgesetzes nicht mehr erfüllt oder dessen Arbeitsvertrag vom Arbeitgeber gekündigt wird, muss mit einer Abfindung entschädigt werden, die auf der Grundlage der Dienstjahre des Arbeitnehmers zu berechnen ist. Diese Entschädigung wird auf der Grundlage des Bruttolohns der letzten 30 Tage pro Jahr des Arbeitsvertrags seit Beginn der Beschäftigung berechnet. Die 30-Tage-Zahlung pro Beschäftigungsjahr darf die halbjährlich festgelegte Obergrenze nicht überschreiten. Es kann jedoch vereinbart werden, dass eine höhere als die oben genannte Abfindung gezahlt wird, sofern eine entsprechende Bestimmung im Arbeitsvertrag festgelegt ist.

 

Die Gründe für einen Anspruch auf Abfindung seitens der Arbeitnehmer sind:

 

  • Beendigung des Arbeitsverhältnisses zur Erfüllung der Wehrpflicht (bei Männern)
  • Pensionierung (um von den entsprechenden Versicherungsträgern eine Altersrente, Pension oder Behindertenbeihilfe zu erhalten)
  • Austritt des Arbeitnehmers nach Vollendung von 3.600 Prämientagen und 15 Versicherungsjahren (bei Erfüllung der Ruhestandsbedingungen mit Ausnahme der Altersgrenze und Rücktritt durch Vorlage des Dokuments der Sozialversicherungsanstalt, in dem die Erfüllung der Ruhestandsbedingungen mit Ausnahme der Altersgrenze aufgeführt ist, beim Arbeitgeber)
  • Freiwillige Kündigung durch weibliche Angestellte innerhalb eines Jahres nach dem Datum der Eheschließung
  • Tod des Angestellten
  • Kündigung des Arbeitsvertrages in Ermangelung eines triftigen Grundes durch den Arbeitgeber wie im Arbeitsgesetz festgelegt und/oder aus einem triftigen Grund

 

Arbeitsplatzsicherheit

 

Wird der Arbeitsvertrag vom Arbeitgeber gekündigt, muss dieser gemäß Arbeitsrecht dem Arbeitnehmer einen Grund für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses nennen und versichern, dass die Kündigung aus einem wichtigen Grund erfolgt. Der Arbeitnehmer kann innerhalb eines Monats nach Erhalt der Kündigung Klage vor einem Arbeitsgericht erheben. In den anstehenden Gerichtsverfahren liegt die Beweislast dafür, dass die Kündigung auf einem triftigen Grund beruht, beim Arbeitgeber. Sollte der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber einen anderen Grund für die Kündigung vorwerfen, ist er verpflichtet, dies nachzuweisen. Wenn das Gericht entscheidet, dass die Kündigung unlauter und der Arbeitnehmer wieder einzustellen ist, dieser jedoch innerhalb von zehn Arbeitstagen ab dem Tag der Verkündung der Entscheidung keinen Antrag auf Wiedereinstellung stellt, so ist die Kündigung durch den Arbeitgeber als gültig anzusehen und der Arbeitgeber ist für die Rechtsfolgen verantwortlich.

 

Darüber hinaus wurde 2018 die verpflichtende Vermittlung für Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Konflikte eingeführt. Konfliktparteien müssen sich vor dem Einreichen einer Klage an einen Vermittler wenden. Für den Fall, dass eine Klage eingereicht wird, ohne zuvor einen Vermittler hinzugezogen zu haben, kann die Klage direkt abgewiesen werden. Im Falle der Beendigung der Vermittlungsversuchs, weil eine der Parteien ohne eine triftige Entschuldigung an der ersten Anhörung nicht teilnimmt, wird die abwesende Partei für alle Prozesskosten haftbar gemacht, auch wenn der Fall ganz oder teilweise zu ihren Gunsten entschieden wird. Darüber hinaus kann die Anwaltsgebühr von der abwesenden Partei nicht geltend gemacht werden.